Osterurlaub 1990 in Vorupør
Info:
Geprägt von der Kur auf Baltrum im Jahr 1989 wagen wir uns zum ersten Mal nach Dänemark (für 3 Wochen !!!). Da ich damals noch kein Urlaubstagebuch führte, mußte ich mir die Informationen aus dem Fotoalbum und dem Gedächtnis zusammensuchen. Daher fehlen einige Tagesdetails (z.B. Uhrzeit) gegenüber den neueren Urlaubsberichten.
Samstag, 07.04.1990 (Anreise):
Mit etwas eigenartigen Gefühlen starten wir gegen 02:00 Uhr morgens von unserem Heimatort in Richtung Dänemark. Dies ist unser erster Urlaub in einem uns gänzlich unbekannten Land. Nach einer Fahrt von ca. 12 Stunden gelangten wir wohlbehalten in Nr. Vorupør an. Unser Haus gehörte zu der Feriensiedlung Balsby. Gebucht wurde es seinerzeit über den ADAC. Das Haus war sehr einfach ausgestattet und leider in einigen Punkten nicht in Ordnung. Aber wir machten das Beste daraus und ließen uns nicht entmutigen.
Vorupør
- unser Ferienhaus
So packten wir dann doch die Koffer aus und machten es uns in dem Haus so gemütlich, wie es unter den gegebenen Umständen möglich war. Dann drängte es uns doch danach, den Strand zu begutachten. Vorbei am kleinen Spielplatz (Heiko musste unbedingt schaukeln) ging es dann zum Fischereihafen von Vorupør.
am Landingsplads
Hier sahen wir zum ersten Mal in unserem Leben, wie die Fischerboote mit Seilen an den Strand gezogen wurden. Ebenfalls erstaunt hatten uns die großen Krabben, welche man hier am Strand finden konnte. Für die Unmengen an Möven war dies ein Leckerbissen, für die Fischer ein Last, sie warfen sie achtlos aus dem Boot ...
Sonntag, 08.04.1990:
Nach einer ruhigen und entspannten Nacht machten wir uns daran, die Gegend um Nr. Vorupør zu erforschen. So war dann die erste Station der Strand von Sønder Vorupør. Heiko war mit Eimer und Schaufel bewaffnet. Plötzlich steht er vor einer großen Krabbe ...
Das blanke Entsetzen steht Heiko im Gesicht
Die nächste Station war dann Stenbjerg. Auch ein kleiner Fischerort, an dem die Boote mangels Hafen an den Strand gezogen wurden. Hier bummelten wir ebenfalls etwas am Strand entlang. Die Augen immer gesenkt, auf der Suche nach neuen und schönen Muscheln.
am "Hafen" von Stenbjerg
Über ewig gerade, wenig befahrene Straßen fahren wir dann noch zur Vestervig Kirche, der größten Dorfkirche Dänemarks. Leider war eine Besichtigung im Innern nicht möglich, so beließen wir es mit einem Bummel über den Friedhof.
Vestervig Kirke
Das Abendessen wollten wir heute nicht im Ferienhaus verbringen, sondern in einer Gaststätte. Die Rückfahrt von Vestervig führte uns nach Thisted. Wir waren der Meinung, dass sich in einer Stadt doch eine normale Gaststätte finden lassen sollte. Jedoch weit gefehlt, so landeten wir dann in einem Chinarestaurant (damals hatten wir noch keine Ahnung von Kro’s und so ...). Wir konnten kein dänisch, die Chinesen kein deutsch, aber mit englisch kamen wir dann doch noch zu einem leckeren Essen.
Zurück in Nr. Vorupør drängte es dann nochmals an den Strand. Der klare Himmel ließ ein herrlichen Sonnenuntergang erwarten, was sich dann auch bewahrheitete.
Abendstimmung in Vorupør
Montag, 09.04.1990:
Die erste Station war Thisted. Bummeln und einkaufen stand auf dem Programm. Für das Ferienhaus brauchten wir auch so das eine oder andere. Im Badezimmer waren die Bodenfließen aufgeplatzt, dort wollten wir einen rutschfesten Badeteppich hinlegen und für das Schlafzimmer wollten wir zwei einfache Läufer vor den Betten haben, der Boden war dort sehr kalt.
Nach Abschluß unserer Einkaufsaktivitäten fuhren wir zur Limfjordinsel Mørs. Aus einem Reiseführer kannten wir dort den sog. Hanklit, ein 61m hoher Kieselgurfelsen mit Abdrücken von Tieren und Pflanzen aus der Tertierzeit. Desweiteren sieht man hier vulkanische Asche, welche wellenförmig im Felsen eingebettet ist. Bei einem recht kräftigen Wind spazieren wir hier entlang und genießen den Blick über den Limford bis nach Thisted.
am Hanklit (Insel Mørs)
Dienstag, 10.04.1990:
Für diesen Tag war Aalborg angesagt. Und zwar der Zoo. Aus diversen Prospekten hatten wir die Info darüber. Zügig erreichten wir unser Ziel.
Aalborg Zoo
- der Eingang
Für Heiko war der „Streichelzoo“ das interessanteste. Jedoch auch Affen, Tiger, Löwen, Giraffen, Eisbären fanden unsere volle Aufmerksamkeit. Sehr von Interesse war auch die Fütterung der Robben und Pinguine. Obwohl die Fütterung „nur“ in dänisch abgehalten wurde, war der Ablauf verständlich und man konnte sich den Sinn der Worte zu den Tieren gut vorstellen.
Löwen - Liebe im Zoo
auch die Tiger sind zärtlich zueinander
Zurück im Ferienhaus nahm Papa sich dann Zeit, die Räumlichkeiten zu fotografieren inkl. der Schattenseiten des Hauses. Aber wir lernten aus diesem Haus, im Prospekt war es als "praktisch" eingerichtet ausgewiesen ... so haben wir in den späteren Jahren darauf geachtet, dass ein Haus "gemütlich" oder "komfortabel" eingerichtet ist.
Mittwoch, 11.04.1990:
Erster Themenschwerpunkt heute: Wikingergräber. Die erste Station war Heltborg. Hier besichtigten wir ein ca. 5000 Jahre altes Ganggrab. Das nächste Ziel war dann Ydby Hede. Hier waren ca. 40 Grabhügel aus der Bronzezeit zu besichtigen. Dieses Gebiet war ein berühmter Treffpunkt der Wikinger vor den Fahrten gegen die Engländer. Somit hatten wir uns für heute ausreichend dänische Geschichte vor die Augen geführt.
Grabhügel bei Ydby Hede
Weiter ging es dann zur Limfjordstadt Struer. Bummel am Hafen und in der Stadt waren hier angesagt, bevor wir mit der Fähre zur Limfjordinsel Venø übersetzten. Das erste Ziel auf der Insel war die wohl kleinste Dorfkirche Dänemarks in Venø By aus dem 16.Jahrhundert ... dann ging es natürlich noch an den Strand. Muschelsuchen war wieder Pflicht.
Struer Havn
Venø Kirke
Natürlich mussten wir wieder mit der Fähre zurück nach Struer, bevor wir die Rückfahrt zu unserem Ferienhaus antreten konnten.
Rückfahrt mit der Fähre
Donnerstag, 12.04.1990:
An Gründonnerstag kommt im Coburger Land schon der Osterhase, so war das dann auch bei uns im dänischen Ferienhaus. Rund um das Ferienhaus hatte der Coburger Osterhase (...weit gereist J) für Heiko diverse Sachen versteckt. Auch auf dem nachfolgendem Strandspaziergang in Nr. Vorupør fanden sich immer wieder Schokoladenostereier ... wie das nur ging ??? Heiko war jedenfalls sehr fasziniert !
Osterhase am Ferienhaus
am Landingsplads
Freitag, 13.04.1990:
Erstes Ziel für heute: Lodbjerg. Zuerst wird die kleine Kirche besichtigt, anschließend der Leuchtturm erklommen. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über die Dünen zum Meer. Dies war so faszinierend, dass wir anschließend noch das Stückchen durch den Wald zum Strand liefen. Die etwas steilere Sandküste hier hielt uns allerdings davon ab, hinunterzusteigen.
Lodbjerg Kirke
Lodbjerg Fyr
Sonntag, 15.04.1990:
Heute ging es als erstes nach Vangså. Hier am Strand waren recht große Bunker aus dem 2. Weltkrieg (Atlantikwall) zu finden.
am Strand von Vangså
Die nächste Station war dann Hanstholm. Hier besuchten wir Europas größte Festungsanlage aus dem 2. Weltkrieg, die „Hanstholm Fæstningen“. Mittels Texten (auch in deutsch), Fotos und Modellen konnte man sich einen Überblick über die Funktion der Stellung verschaffen.
Hanstholm Fæstningen
Den Abschluß der Hanstholm-Tour bildete der Besuch des kleinen Museums am Leuchtturm. In der alten Leuchtturmwärterwohnung wird einiges über die Geschichte der Stadt und des Hafens erzählt.
Montag, 16.04.1990:
An diesem Tag ging es etwas geruhsamer zu. Fahrt nach Skive, dort Stadtbummel, dann ging es schon wieder zurück zum Ferienhaus.
Bummel in Skive
Dienstag, 17.04.1990:
Von Vorupør aus über die Limfordinsel Mors fuhren wir zum Freilichtmuseum Hjerl Hede. Unter anderem gibt es hier ein Steinzeitdorf, eine Dorfschänke, ein Kaufmannsladen, Windmühlen uvm. zu sehen. So verbrachten wir den ganzen Tag in der herrlichen Anlage. Auch das Wetter machte mit, so konnten wir alles richtig genießen.
Freilandmuseum Hjerl Hede
im Kaufmannsladen
Mittwoch, 18.04.1990:
Auch an diesem Tag standen die Wikinger auf dem Plan. So besuchten wir in Højstrup eine Wikingergrabstätte. Die Steine sind dort in Schiffsform angeordnet. An einem Schild finden sich Erklärungen zu den Gräbern (auch in deutsch ! ).
Wikingeranlage bei Højstrup
Dann ging es weiter zum Bulbjerg. Zuerst fuhren wir mit dem Auto auf den „Berg“ hinauf. Oben befindet sich ein Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Von hier oben hat man eine herrliche Weitsicht. Unten im Meer sieht man die Reste des einst 16m hohen Skarreklit. Heute ragt er gerade noch 1 ½ m aus dem Meer empor. Die Wassergewalt hat ihn so dezimiert. Anschließend fahren wir noch an den Strand des Bulbjerg – Felsens. In dem 47m hohen Kalksteinberg nisten Hunderte von Mövenpaaren.
am Bulbjerg
Heiko buddelt am Bulbjerg
Die nächste Station war dann Slettestrand. Eine fast 3 m hohe Stahl - Krabbe steht hier als Wahrzeichen am Strand. Zugleich werden wir auch hier Augenzeuge, wie ein Fischerboot an Land gezogen wird. Es ist schon eine so andere, aber unbedingt faszinierende Welt hier oben ...
Heiko im Wahrzeichen von Slettestrand
Slettestrand
Fischerboote werden an Land gezogen
Tranumstrand war unser nächstes Ziel. Strandbummel und Bunkerbesichtigung waren hier obligatorisch bevor wir weiter nach Øland fuhren. Hier machten wir dann ein kleines Picknick mit Windmühlenbesichtigung bevor wir die Rückfahrt zum Ferienhaus antraten.
Bunker bei Tranumstrand
Donnerstag, 19.04.1990:
Über Thisted (Stadtbummel) und die Oddesundbrücke am Limfjord ging es heute nach Struer. Auch hier war ein Stadtbummel angesagt. Heute hatten ja auch die Geschäfte offen ... *ggg*
Bummel durch Struer
Von Struer aus fuhren wir dann an Lemvig vorbei hinauf nach Thyborøn. Dort setzten wir nach einem kurzen Strandspaziergang mit der Fähre über nach Agger Tange. Die Überfahrt dauerte keine 10 Minuten, dann konnten wir die Rückfahrt zum Ferienhaus fortsetzen.
Freitag, 20.04.1990:
Ein äußerst stürmisches Wetter erwartete uns heute. Der Strand von Nr. Vorupør war für Spaziergänger gesperrt, hohe Wellen schlugen auf. So nahmen wir Platz in der Cafeteria am Landingsplatz und genossen die wilde, aufgebrachte Nordsee.
Landingsplads Vorupør
Nach der Stärkung in der Cafeteria besichtigten wir das angrenzende Fischerei- und Rettungsmuseum von Vorupør. Neben diversen alten Ausstellungsstücken war auch ein altes Rettungsboot zu besichtigen.
Samstag, 21.04.1990:
Für diesen Tag hatten wir einen Ausflug nach Aalborg beschlossen. Als erstes unternahmen wir dort einen ausgiebigen Stadtbummel. Die belebten Einkaufsstraßen der Stadt waren eine willkommene Abwechslung nach den vergangenen, doch etwas ruhigeren Tagen.
Bummel in Aalborg
So schlenderten wir vorbei am alten Rathaus, vorbei am Jens Bangs Steinhaus, vorbei an alten Kirchen usw. bis es dann langsam Zeit für unser zweites heutiges Ziel wurde: Tivoli - Land
warten vor dem Tivoli
im Tivoli Aalborg
Für Heiko war es eine Überraschung. Natürlich freute er sich riesig über die Fahrgeschäfte. Egal ob Raupe, Boomerang oder China – Town, alles war sehenswert. Leider mussten alle Fahrgeschäfte (jede Fahrt) einzeln bezahlt werden. Allerdings gab es noch eine sog. Fun-Card. Dies kostete 100 DKr. und hatte einen Wert von 200 DKr. Diese Karte machte es etwas günstiger.
Heiko fährt mit Oldtimer ...
Erst gegen Abend verließen wir den Park und fuhren zurück zu unserem Ferienhaus.
Sonntag, 22.04.1990:
Ein Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes, bei Temperaturen um etwa 20° verbringen wir den Tag am Strand von Klitmøller. Im Sand buddeln und faulenzen, das war unsere Tagesbeschäftigung bis wir am späteren Nachmittag zum Ferienhaus zurückkehrten. Da die Sonne immer noch kräftig schien, konnten wir sogar das Abendessen noch auf der Terrasse genießen. Mit Heißhunger machten wir uns über Hackfleischklößchen mit Nudeln und Soße her, das hatten wir uns heute auch verdient.
Abendessen am Ferienhaus
Montag, 23.04.1990:
Für den heutigen Tag ist nur ein Ausflug nach Hanstholm in den Unterlagen dokumentiert. Sicherlich waren wir in dem kleinen, aber schönen Einkaufzentrum und am Hafen ...
Hanstholm Havn
Dienstag, 24.04.1990:
Geschichte war für diesen Tag auf dem Programm. Ziel war die Insel Fur. Als erstes gingen wir auf den Bette Jens Hyw, ein Hügel, welcher atemberaubende 75m ü.M. liegt. Dann zum eigentlichen Ziel: das Fur – Museum. In diesem Museum werden einzigartige Fossilien ausgestellt und die Geschichte der Fur – Bewohner geschildert.
Sallingsundbrücke
Nachmittags führte uns die Rückfahrt zum Ferienhaus über die Sallingsundbrücke (Insel Mors).
Mittwoch, 25.04.1990:
Ein Supersonnentag erwartete uns heute. Frühstück auf der Terrasse, das hätten wir uns nicht zu träumen gewagt. Für heute war wieder der Strand von Klitmøller unser Ziel. Papa baute eine kleine Strandburg, wohlwissend, dass dies in Dänemark nicht so gern gesehen wird, aber wir waren alleine den ganzen Tag, so brauchte sich auch niemand daran zu stören.
Strandburg bei Klitmøller
So konnten wir in aller Ruhe entspannen und Kräfte sammeln ...
Donnerstag, 26.04.1990 und Freitag, 27.04.1990:
Leider sind für diese Tage keine Aufzeichnungen vorhanden ... der Freitag stand aber mit Sicherheit im Zeichen der bevorstehenden Heimreise. Damit verbunden: Koffer packen, Endreinigung im Ferienhaus
Samstag, 28.04.1990 (Heimreise Teil 1):
Zeitig brechen wir zur Heimreise auf. Wir haben noch ein besonderes Ziel: das Legoland. Kurz vor Öffnung (10:00 Uhr) treffen wir auf dem Parkplatz des Vergnügungsparkes ein. Da heute der erste Tag der Sommersaison war (wussten wir nicht !) war der Eintritt frei !!! Das nimmt man gerne mit.
Eingang zum Legoland
Mit super Laune wandern wir somit durch das Miniland, bestaunen die dort aufgebauten Königshäuser, Städte, Fluhäfen und Landschaften. Es gibt enorm viel Details zu sehen. Natürlich geht es dann weiter mit den vielen Fahrgeschäften. Nicht zu vergessen die Westernstadt Legoredo, das Fabuland, und die Monorail – Hochbahn.
Legoland - Miniland
Møgeltønder
Legoland - Miniland
Gegen 17:00 Uhr verließen wir doch etwas erschöpft das Legoland. Wir hatten ja noch die Heimreise vor uns. Auf deutschem Boden angekommen, beschlossen wir, eine Übernachtung einzulegen. Es weiß heute keiner mehr, was uns da geritten hat, auf jeden Fall waren wir auf einmal in Niebüll bei der Autoverladung zur Insel Sylt, ehe wir uns versahen, waren 112 DM bezahlt und das Auto war auf dem Zug verladen ...
Auf Sylt suchten wir dann ein Übernachtungsquartier und würden im Hotel Dünenburg fündig. Die eine Übernachtung riß dann doch ein kräftiges Loch in unsere Reisekasse, aber die 3 Wochen in Dänemark waren wir recht sparsam, so dass wir es noch verkraften konnten.
Sonntag, 29.04.1990 (Heimreise Teil 2):
Nach einem ausgiebigen Frühstücksbüffet war dann ein Stadtbummel in Westerland und eine kleine Inselrundfahrt angesagt. Gegen 13:00 Uhr ging es dann mit der Autoverladung zurück auf das Festland. Über Heide – Hamburg – Hannover – Kassel (hier 1 ½ Stunden Stau wg. Unfall) – Fulda ging es dann zurück in unsere Heimat. So trafen wir dann am Montag morgen gegen 01:30 Uhr wohlbehalten in Lautertal ein.
Dieser Urlaub hatte Folgen ... Dänemark ließ uns nicht mehr los !
© Copyright 2005 by Sharany