von Gilserud nach Dals Långed
Sonntag, 31. August 2025
Detaillierte Übersichtskarte für die Fahrt von Gilserud nach Dals Långed
Die Nacht am Stellplatz beim See war wieder sehr ruhig. Gegen morgen kamen ein paar Fischer, die mit dem Boot herausgefahren sind ... mehr nicht.
Für uns heißt es erst einmal: frühstücken ... und zwar wie immer sehr gemütlich. Rainer hat eine Idee für den heutigen Tag, er möchte das "Arvika Fordonsmuseum" (Link) besuchen. Die Begeisterung von Mona ist nicht gerade überwältigend, sie hält dagegen: "dort waren wir doch schon 2 oder 3 mal !".
"Ja ... das ist richtig" entgegnet Rainer "Aber die Fahrzeuge sind meist in Privatbesitz und die Ausstellung ändert sich immer wieder ... da ist immer wieder etwas Neues drin".
Letztendlich setzt sich Rainer durch und wir fahren zu diesem Museum.
INFO: Genau genommen findet man hier "zwei Museen zum Preis von einem".
Im Arvika Fahrzeugmuseum finden Sie nicht nur Autos aus allen Jahrzehnten, sondern auch Oldtimer-Motorräder, Mopeds, Leichtfahrzeuge, Pferdekutschen, Schlitten, Fahrräder und sogar einen Kicker der Arvika Vagnfabrik. Die Sammlung umfasst über 100 Fahrzeuge, die jährlich ausgetauscht werden, um die Ausstellung lebendig zu halten.
Die große Sammlung im Arvika Fordonsmuseum umfasst über 100 Fahrzeuge. Einige Highlights: Mercedes 370 S Cabriolet von 1931, Humber von 1903, Gordon-Keeble von 1965, Volvo PV Valbo Cabriolet von 1953 und wie wäre es mit dem ersten Prototyp des Indigo 3000?
Wir haben Fahrzeuge aus allen Jahrzehnten, vom englischen Humber aus dem Jahr 1903 bis zum in Arvika gebauten und entwickelten JC Indigo 3000. Der Schwerpunkt liegt dabei auf eher ungewöhnlichen Marken im Originalzustand, vorzugsweise mit lokaler Geschichte.
Arvika besaß eine eigene Fahrradmanufaktur, die Arvika Velocipedfabrik, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Brüdern Johansson in Edane gegründet wurde. Heute besitzen wir fünf Arvika-Fahrräder, von denen eines komplett restauriert wurde.
Im Thermia-Museum kann man die Entwicklung von Heizkesseln, Öfen und holzbefeuerten Warmwasserbereitern vom Produktionsbeginn im Jahr 1923 bis zu den heutigen Hightech-Wärmepumpen nachvollziehen.
Hier sehen Sie den ersten Holzofen des Firmengründers Per Anderson aus dem Jahr 1889, der seinen Namen trägt. Ebenfalls hier zu finden sind die formschönen Thermia-Öfen mit ihren geschwungenen Verzierungen aus den 1920er Jahren und später. Per Anderson entwickelte die Holzöfen mit eigenen Patenten weiter, beispielsweise durch die regulierbare Luftzufuhr am Rost und die Luftkanäle um den Ofen für eine gleichmäßige Garfläche. Mit dem Wachstum von Thermia wuchs auch die Produktpalette stetig. Es wurden Spezialmodelle für Restaurants, Großküchen und das Militär entwickelt. In den 1950er und 1960er Jahren stand die Herstellung von Warmwasserbereitern im Vordergrund, und Mitte der 1970er Jahre kamen die ersten Wärmepumpen auf den Markt.
Wir schreiben das Jahr 1889, und der Eiffelturm wird in Paris eingeweiht. Im selben Jahr gründete Per Andersson in Arvika eine Schmiede, und schon bald entwickelte sich seine Firma Arvika Verkstäder zu einem Hersteller energieeffizienter Öfen.
Der Unternehmer Per Andersson baute sein Unternehmen auf und war zudem ein angesehener Kommunalbeamter mit zahlreichen Aufsichtsratsmandaten. Im Thermia Museum können Sie unter anderem über Sehenswürdigkeiten lesen und diese besichtigen sowie einzigartige Produkte entdecken.
(Quelle: arvikafordon.se)
Mit der nachfolgenden Bildergalerie zeigen wir hauptsächlich Exponate aus dem Bereich "Fahrzeugmuseum":
Gegen Ende des Museumsbesuches gönnen wir uns noch eine "Fika" im Museumscafé.
Hier sitzen ein paar ältere Herren gemütlich zusammen und fachsimpeln rund ums Auto.
Die sind doch sicher ein guter Ansprechpartner für unser Bremsenthema ... oder ?
Also ... wir suchen das Gespräch und erhalten die Auskunft:
"Damit könnt ihr noch bis nach Hause fahren"
Etwas beruhigter steigen wir in unseren Mr. Esprit und verlassen Arvika. So richtig sind wir uns noch nicht in Klaren, wohin die Reise gehen soll. Das entscheiden wir unterwegs. Intuitiv haben wir aber die richtige Richtung eingeschlagen ... wir steuern den Ort "Ärjäng" (Link) an, hier waren wir vor zwei Jahren schon einmal.
Aber wir möchten noch weiter ... vielleicht bis "Dals Långed" (Link) an den dortigen Stellplatz am Bahnhof ? Es ist insgesamt ein gutes Stück zu fahren (hier die ROUTE). In Summe sind es 123 Kilometer, also zwei Stunden Fahrzeit.
Die Fahrt nach "Dals Långed" verläuft ohne Probleme und recht entspannt. Wir können gut die dalsländische Landschaft genießen, die teilweise sehr abwechslungsreich ist. Gegen 15 Uhr erreichen wir den uns schon länger bestens bekannten Stellplatz. Dieser liegt am südlichen Ende des Sees Laxsjön etwa 15 Kilometer vom Hauptort der Gemeinde entfernt. Gegenüber der Steneby Schule im Zentrum von Dals Långed befinden sich die acht Stellplätze mit Badeplatz, Grillplatz, Frischwasser, Strom, Dusche, Toiletten und Entsorgungsmöglichkeiten. Die Einrichtungen befinden sich teilweise auf der anderen Seite der Bahngleise, jedoch nicht weiter als 50 Meter entfernt.
Der Parkplatz wird von Dals Långeds utvecklingsråd betrieben, einem Verein, in dem Unternehmer, Organisationen und engagierte Privatpersonen verschiedene Projekte in der Gemeinde durchführen.
Heute Abend passiert weiter nichts, was man hier noch sinnvoll erzählen könnte.
Deswegen sagen wir jetzt zu euch:
Gute Nacht ... Freunde !
von Dals Långed nach Jakobsbyn
Montag, 01. September 2025
Detaillierte Übersichtskarte für die Fahrt von Dals Långed nach Jakobsbyn
Die Nacht am Stellplatz mit Seeblick war sehr ruhig. Kein Zug kam vorbei (haben wir so erwartet). Morgens hat man etwas den Verkehr von der Hauptstraße vernommen, war aber erträglich. Wir frühstücken in Ruhe und anschließend geht es weiter mit uns.
Das erste Ziel des heutigen Tages ist die Schleusenanlage "Dalslands Kanal AB Slusstationen Långed" (Link), die als historische Sehenswürdigkeit bezeichnet wird. Diese Schleusen von Långed bestehen aus einem Schleusensystem mit vier Schleusenkammern und einem Höhenunterschied von 13,1 m.
Die Schleusenanlage beginnt mit einer einfachen Schleuse und führt über einen kurzen Kanalabschnitt zu einer Doppelschleuse. Anschließend folgt ein weiterer Kanalabschnitt zur letzten einfachen Schleuse. Beim Schleusen in der Doppelschleuse wird so viel Wasser verbraucht, dass gleichzeitig im Kanalabschnitt und in der darüber liegenden einfachen Schleuse geklopft (?) werden muss. Einen guten Blick per Satellit hat man mit der folgenden Karte HIER !
Wir haben für euch ein paar Bilder von der Anlage zusammengetragen:
Während Mona ein Buch lesend im Wohnmobil geblieben ist, hat Rainer die Erkundung der Schleusenanlage eigenständig unternommen. Die Bilder konntet ihr ja bereits sehen.
Wir fahren nun entlang des "Dalsland Kanales" den "Sågbrovägen" in südlicher Richtung weiter. Die Strecke kennen wir schon gut vom letzten Jahr, seinerzeit haben wir weitere Schleusen besichtigt ... darauf verzichten wir heute.
Wir erreichen nun kurz vor dem Ort "Tegen" wieder einmal ein "Heimatmuseum", den "Källhults Bygdegård" (Link). Das Gebäude hier am Straßenrand war früher das Zentrum im Norden der Gemeinde Dalskog. Es gab einen Laden, eine Schule, ein Gemeindezentrum, eine Sauna und nicht zuletzt einen Milchtisch, an dem die Bauern ihre Milchflaschen abholten und sich unterhielten.
Doch unser Ziel liegt wenige 100 Meter weiter hinten. Dort finden wir einen Waldarbeiter, der sich um die alten Waldarbeitsmaschinen kümmert. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt uns einiges aus seinem Leben, seiner Arbeit und den alten Maschinen, mit denen die Waldarbeit verrichtet wurde.
Von den alten Maschinen haben wir einige Fotos mitgebracht:
Nach der netten Unterhaltung und dem Studium der alten Maschinen kehren wir zum Wohnmobil zurück und ziehen weiter unsere Weges. So erreichen nach einigen Kilometern die Stadt "Mellerud". Da uns mittlerweile der kleine Hunger in seine Gewalt gebracht hat, halten wir beim kleinen Einkaufszentrum "Mellerud Handel" (Link) an.
In dem asiatischen Restaurant, welches auch gut von Einheimischen besucht ist, gönnen wir uns das Mittagsmenü mit Salat und Vorsuppe. Dazu natürlich ein Getränk. Das alles für umgerechnet etwa 12 Euro ... da kann man nicht meckern !
Gut gesättigt kehren wir zu unserem Mr. Esprit zurück. Da dieser auch Hunger, oder besser gesagt, Durst hat ... gönnen wir ihm eine Tankfüllung frischen Diesel, damit er und weiterhin lieb durch die Gegend schaukelt.
Es ist zwar früher Nachmittag, aber irgendwie würden wir schon gerne auf einen Stellplatz fahren. Bei dem schönen Wetter kann man noch etwas draußen die Sonne genießen. So entscheiden wir uns für einen privaten, kleinen Stellplatz für max. drei Mobile in "Jakobsbyn" (Link). Diesen Platz haben wir letztes Jahr entdeckt und für uns als okay empfunden.
Außer Strom gibt es hier keine Annehmlichkeiten, aber selbst auf den könnten wir verzichten. Ja nun ... wir lassen den Tag in aller Ruhe ausklingen, genießen die Sonnenstrahlen und lassen uns später entspannt in die Betten fallen.
In diesem Sinne wünschen wir euch allen nur noch:
Gute Nacht ... Freunde !


