Teil 2: unterwegs in Norwegen
von Riksgrensen nach Røros
Freitag, 22. August 2025
Detaillierte Übersichtskarte für die Fahrt von Riksgrensen nach Røros
Der Grenzübertritt war unerwarteter Weise absolut unspektakulär. Keine Kontrolle, auch nicht im Hinterland ... so haben wir es uns gewünscht ! Unsere Sorgen waren also unbegründet. Wir haben Bier und Wein an Bord, möglicherweise auch über dem erlaubten Limit, wir haben das nicht exakt überprüft ...
Also ... wir sind in Norwegen, das Wetter ist mal wieder typisch (es regnet), die norwegischen Autofahrer haben ihren eigenen Charakter und brauchen beim Überholen auch keine freie Sicht. Verkehrsschilder stehen auch nur zur Zierde da, Geschwindigkeitsregeln dienen wohl nur der groben Orientierung ... so unser Eindruck.
Für uns heißt das: doppelt aufpassen ... nach vorne, aber auch nach hinten !
Vor uns liegen nun circa 45 Kilometer bis zu unserem Ziel bei Røros. Eigentlich nicht so die Herausforderung, aber unter den bereits geschilderten Herausforderungen ist es ein anderes Fahren als in Schweden. Der anvisierte Stellplatz liegt etwas außerhalb von Røros bei einer Rehaklinik (Unicare Røros Rehabilitering). Und um Fragen an dieser Stelle vorzubeugen: NEIN ! Wir möchten keine Reha machen, wir möchten nur eine Nacht am dortigen Stellplatz stehen dürfen.
Im Bereich der Klinik angekommen suchen wir irgendeinen Hinweis auf den Stellplatz ... Fehlanzeige !
Wir fahren mehrere Runden, bis wir schließlich etwas entdecken (Link), aber auch nur, weil dort schon ein kleiner Camper steht. Keine Ausschilderung, aber Stromsäulen sind vorhanden. Also scheinen wir hier richtig zu sein ...
Wir stellen das Wohnmobil ab und spazieren zur Rezeption, dort wird alles Notwendige geklärt und natürlich auch bezahlt. Vom Hinterausgang gelangen wir nach wenigen Metern zu unserem Fahrzeug, eine Karte ermöglicht uns den Zutritt über den Hintereingang zu Duschen und Toiletten ... auch nicht schlecht !
Heute Abend passiert wieder nichts, was man hier noch sinnvoll erzählen könnte.
Deswegen sagen wir jetzt zu euch:
Gute Nacht ... Freunde !
von Røros nach Folldal
Samstag, 23. August 2025
Detaillierte Übersichtskarte für die Fahrt von Røros nach Folldal
Die Ruhe am Platz war super. Es war definitiv kein Lärm zu hören, wir konnten also eine super ruhige Nacht hier verbringen. Das Wetter ... naja, wenigstens regnet es im Moment nicht. Ob das den Tag über auch so bleibt ? Wir werden darüber berichten *lach*.
Für heute steht als erstes der Besuch der "Bergstadt Røros" (Link) auf dem Plan. Einen Parkplatz finden wir in einer ruhigen Ecke, schön abseits vom Touristenrummel gelegen. Die Stadt haben wir schon öfters besucht, mehr oder weniger intensiv. Einmal haben wir auch das Bergbaumuseum "Rørosmuseet" (Link) hier besucht, das machen wir aber heute nicht noch einmal. Wenn Interesse besteht, dürft ihr gerne auf die seinerzeitige Bildergalerie aus dem Jahr 2014 zugreifen:
Bevor wir unsere aktuellen Bilder anbieten, noch etwas Informatives über die "Bergstadt Røros":
Die bunte und charmante kleine Holzhausstadt wurde 1646 gegründet und seither durch Bergbau und Landwirtschaft geformt. Sie stand bereits 1980 auf der UNESCO-Liste über das Weltkulturerbe. Heute finden Sie hier eine lebendige Kunsthandwerkerszene, Fabrikverkauf, besondere, kleine Läden und gute Restaurants, in denen regionale Speisen aus saisonalen Zutaten serviert werden.
Die "Hyttklokka" steht ganz oben in der Mørkstugata neben dem Malmplass, dem "Erzplatz". Die Glocke der Schmelzhütte diente dazu, den Arbeitern in der Schmelzhütte den Beginn und das Ende der Schicht anzuzeigen. Bestimmt wurde sie auch als Alarmglocke z. B. bei Feuer genutzt. Wenn Sie die Glocke mit der Kirche im Hintergrund fotografieren, haben Sie das klassische Motiv von Røros.
Røros ist eine ehemalige Bergwerkstadt , die hauptsächlich aus Holzhäusern besteht. Dazu gehört auch, dass Røros einer der wenigen Bergwerkstädte ist, die als Weltkulturerbe auf der UNESCO- Liste zu finden ist. Der Stadtkern besteht aus alten, doch guterhaltenen, Holzhäusern, die noch immer von Menschen bewohnt sind, welche somit diesem historischen Ort eine besondere Echtheit verleihen.
Die Gasse Sleggveien erzählt einen wichtigen Teil der Geschichte Røros. Hier wohnten unter anderem Vagabunden, Handwerker und Tagelöhner, die keinen Bauernhof besaßen. Die Häuser wurden von den Handwerkern des Museums in traditioneller Bauweise restauriert.
Vom "Parkplatz" aus starten wir unseren eigenen Stadtbummel durch die wunderschöne Stadt, die uns wiederholt super gefallen hat. Trotz des eingestellten Erzabbaus erinnert in Røros noch heute alles an die industrielle Geschichte der Stadt. So sind z. B. die Bergbauwerkzeuge Meißel und Schlägel am Glockenturm der Kirche von 1784 angebracht. Die Kirche zählt mit ihren über 1.600 Sitzplätzen zu den größten in ganz Norwegen. Auch dorthin wird uns unser Weg führen.
Aber wie schon so häufig ... Bilder sagen mehr als tausend Worte ... deswegen nachfolgend eine große Bildergalerie über das Stadtgebiet von "Røros":
Die traumhaft schöne Stadt begeistert uns immer wieder, sogar in die Kirche haben wir es heute geschafft. In der Vergangenheit haben unsere letzten norwegischen Kronen nicht für den Eintritt gereicht ... ebenfalls begeistern uns die Häuser auf der Abraumhalde und Jahrhunderte alte Häuser in schmalen Gassen.
Wir sind zurück bei unserem Mr. Esprit und möchten noch schnell in einen Supermarkt reinschauen. Dazu müssen wir nicht weit fahren. Diese Supermarktkette ist in Norwegen weit verbreitet und hat vergleichsweise günstige Angebote. Trotzdem liegen die Preise über dem deutschen Niveau.
Aber schauen wir uns das doch mal näher an. Hier eine kleine Bildergalerie:
Nach dem kleinen Einkauf im Supermarkt fahren wir noch LPG-Gas tanken (hier in Røros). Darüber brauchen wir uns hier im Reisebericht nicht weiter auszulassen, denn es war alles andere als aufregend und hat ohne Probleme geklappt.
So ist es nun Zeit, die "Bergstadt Røros" zu verlassen. Wir haben alles gesehen, was wir gerne sehen wollten und erledigt, was wir erledigen wollten ... also: alles gut !
Wir fahren zur "Gammelbrua på Tolga" (Link), das ist eine alte Brücke in der Nähe vom Ort "Tolga". Sie ist ein interessantes Bauwerk. Die ursprüngliche Brücke wurde 1736 gebaut. Heute steht dort ein Wiederaufbau von 1997. Die Brücke hat eine ganz besondere Konstruktion mit einer lichten Spannweite von 32 Metern, der Größten im Lande. Sie liegt ca. 1,5 km nördlich des Zentrums an der Fv 30.
Natürlich haben wir von der Brücke ein paar Bilder mitgebracht:
Unsere Reise geht weiter. Wenigstens das Wetter gewinnt ein wenig an Stabilität und beschert uns mehr und mehr Sonne. Das ist ja schonmal nicht schlecht so.
Das nächste Ziel ist eine Brücke, etwa 63 km entfernt (siehe "Route"). Aber hier ist weniger die Brücke "Einunna Bru" (Link) das Interessante, sondern eine der vielen Kriegsgedenkstätten an den 2. Weltkrieg ... die "Krigsminnesmerke" bei Grimsbu (Link). Hier wird an die Kämpfe und die Gefallenen vom 26. April 1940 erinnert.
INFO: Die dramatischen Kriegstage in Nord-Østerdalen setzten sich fort, nachdem die Deutschen am 24. April Tynset eingenommen hatten. Sie rückten weiter in der Region vor, und am 26. April kam es sowohl an der Einunna-Brücke als auch in Nåverdalen zu Scharmützeln, wo die Kämpfe drei Tage andauerten. Dass der deutsche Vormarsch an beiden Orten für einige Tage gestoppt wurde, war von großer Bedeutung.
Mit ein paar Bildern zeigen wir ein wenig von der Umgebung:
Während unserer Rast an der "Einunna Bru" haben wir uns Gedanken über die mögliche Bleibe für die Nacht gemacht. Leider gibt es hier in der Ecke außer dem einen oder anderem Campingplatz wenig Stellplätze. Letztendlich haben wir uns für den Parkplatz (Link) an den "Folldal Gruver" entschieden.
Bis dorthin ist eine knappe halbe Stunde Fahrt, das passt uns sehr gut in den Kram. Ob wir die Grube besichtigen werden, das entscheiden wir morgen. Bis wir heute dort sind, ist sie eh geschlossen.
INFO: Die Folldal-Gruben zählen zu den wichtigsten technisch-industriellen Kulturdenkmälern Norwegens mit ca. 70 gut erhaltenen Gebäuden. Im Bergwerk wurde einst Kupfer, Zink und Schwefel gefördert. Die Arbeiterbaracken und das Wohnhaus des Direktors mit Luxusgegenständen aus der damaligen Zeit verdeutlichen den Klassenunterschied im Bergbau.
Die Bergwerke von Folldal liegen in großer Höhe in der Region Dovre an der Westgrenze des Bezirks Hedmark. Mit 712,5 Metern über dem Meeresspiegel ist das Zentrum der Gemeinde der höchstgelegene Ortskern Norwegens. Ein gewisser Ole Husun entdeckte 1745 in der Gegend Kupfererz. Drei Jahre später nahm eine Firma namens Fredrik Gaves Verk die Förderung auf. Das Bergwerk erwies sich als profitabel und blieb bis 1878 in Betrieb. 1906 erlebte der Erzabbau eine Renaissance durch ein weiteres Unternehmen. Dieses führte neue Technologien ein, baute ein Kraftwerk und errichtete zusätzlich eine rund 34 Kilometer lange Seilbahn. Das Hauptbergwerk schloss 1941 seine Pforten, doch in kleinerem Umfang setzten sich die Förderarbeiten bis 1993 fort.
Wir erkunden das Gelände (von außen) und haben ein paar Bilder für euch:














